Magnetpulverprüfung

Verfahrensbeschreibung
Ferromagnetische Werkstoffe haben einen magnetischen Widerstand, der 100
bis 1000 mal kleiner ist als der von Luft oder nicht magnetisierbaren Werkstoffen.
Vereinfacht kann davon ausgegangen werden, dass die Magnetfeldlinien den
Weg des geringsten Widerstandes suchen, d.h. wenn möglich im ferromagnetischen
Material verlaufen.
Treffen die Feldlinien auf einen magnetisch schlecht leitenden Bereich (Riss
mit Luft), wird der Verlauf der Feldlinien gestört. Es entsteht ein
starkes Streufeld.

Ein Teil der Magnetfeldlinien
wird aus der Oberfläche des Prüflings herausgedrängt. Diese
können mit Hilfe von Eisenpulver nachgewiesen werden. Die Feldlinien
finden durch die Pulverteilchen wieder einen Weg durch ferromagnetisches
Material, und halten damit die Pulverteilchen an der Fehlerstelle fest.
Da der Bereich des Streufeldes wesentlich breiter ist als die Fehlerstelle,
kann die typische Pulverraupe leicht wahrgenommen werden.
Damit das schwarze Eisenpulver besser erkennbar ist, ist es mit einer fluoreszierenden
Farbschicht ummantelt. Diese wird unter UV-Licht zum Leuchten angeregt.
Die Intensität des Streufeldes wird mit durch die Fehlergeometrie bestimmt. Sie steigt mit zunehmender "Schlankheit" der Fehlstelle an.

Wichtig ist, dass ein
Streufeld nur entsteht, wenn Feldlinienrichtung und Fehlerrichtung quer
zueinander liegen. Der Winkel zwischen beiden Richtungen sollte im Idealfall
90 Grad betragen, wobei jedoch auch Winkellagen bis minimal 30 Grad ausreichend
sind.
Da die Fehlerlage in der Regel nicht bekannt ist, muss der Prüfling
durch verschiedene Magnetisierungsverfahren in zwei verschiedenen Richtungen
magnetisiert werden. So können alle Fehlerrichtungen erfasst werden,
weil garantiert eines der beiden Felder im geeigneten Winkelbereich zur
Fehlerrichtung liegt.
